#3 Thomas Reinhold

Pendant

Eine Serie von drei aktuellen Ölbildern (65cm x 70cm). Die Motive sind eigens für diese Edition entstanden.

 

 

—————————————————————————————————————————————————-

 

Signatur_thomas_reinhold_klein

 

 

Thomas Reinhold arbeitet in Werkgruppen. Dabei geht er stets äußerst strukturiert vor und fertigt meist Studienblätter an. In diesen Skizzen behandelt er dann den genauen Ablauf, die Abfolge und die Bewegung der unterschiedlichen Farbflüsse.
Auf der Leinwand selbst verwendet Reinhold hierfür oft einen mit Kohle vorgezeichneten Raster, um eine Struktur zwischen den jeweiligen malerischen Schichten so anzulegen, dass es zu einem Davor und Dahinter kommt. Dabei entsteht mitunter der Eindruck eines gewebten Stoffes, in welchem jedoch die Farbe die Rolle des Fadens übernimmt. Durch Rotation der Leinwand werden diese Fäden dann sprichwörtlich miteinander verwoben. Deshalb arbeitet Reinhold auch ausschließlich am Boden. An der Wand, so der Künstler, kontrolliert er eigentlich nur noch das Resultat, da die Gemälde schließlich ja auch für diese bestimmt sind.
Um den richtigen Farbfluss zu gewährleisten, verwendet der Künstler vorwiegend stark mit Terpentin verdünnte Ölfarben, die dann je nach Pigment matt bis stark glänzend auftrocknen und mitunter hohe Transparenz aufweisen. Manchmal arbeitet er in einer Mischtechnik auch mit Tempera. Die dabei entstehenden Farbmischungen sind dann jedoch meist dickflüssig und opak. Durch den zeitlich verzögerten Trocknungsprozess der unterschiedlichen Farbmischungen arbeitet der Maler daher meistens an mehreren Bildern gleichzeitig.

Der Arbeitstitel der vorliegenden Serie ist „Pendant“ – im Sinne eines Gegenübers.
Mit dieser Arbeitsreihe unternimmt der Künstler einmal mehr den Versuch, auf den Wahrnehmungsprozess an sich Bezug zu nehmen. Nämlich genau auf jenen Augenblick, wenn in Sekundenschnelle Milliarden von Assoziationen auf den Betrachter einströmen.
Während seines Malprozesses versucht er jedoch stets konkrete Assoziationen, wie zum Beispiel Fratzen und Köpfe zu eliminieren. Dazu Reinhold: „Speziell zufällig entstandene Figurationen, die mir zu trivial erscheinen und die ich so einfach nicht haben will, überarbeite ich; lasse dann aber wiederum auch ganz bewusst welche stehen.“
Thomas Reinhold spricht von seiner Kunst auch nicht von abstrakter Malerei, sondern von „ungegenständlicher Kunst“, da für ihn gemeinhin Abstraktion immer eine zeichenhafte Reduktion bedeutet. Es ist nicht so, dass er den Begriff „abstrakt“ ablehnt, dennoch ist es für ihn einfach etwas anderes, als das was er macht. Aus diesem Grund hat er auch die Überlegung eines Pendant angestellt: „Denn im Grunde machen die BetrachterInnen die Kunst. Die KünstlerInnen selbst produzieren zwar etwas, aber zur Kunst wird es letztendlich erst in den Köpfen der RezipientInnen.“ Zitat Reinhold.
Text: Lucas Cuturi

 

 

 

_MG_9886

 

 

—————————————————————————————————————————————————-

Biografie:

Thomas Reinhold studierte von 1974 bis 1978 an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Herbert Tasquil. Während der Studienzeit trat er mit poetisch-magischen fotografisch-malerischen Bildfindungen hervor, die sich unter anderem mit der Gegenständlichkeit des Abbildes befassten. Ende der 1970er Jahre initiierte er dann gemeinsam mit Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Alfred Klinkan und Hubert Schmalix die Neue Wilde in Österreich, wandte sich aber Mitte der 1980er Jahre medienreflexiven Aspekten der Malerei und Fotografie zu, die sein Werk bis heute prägen.

 

 

IMG_0024

 

 

Die Edition:

_
Titel: Pendant
Originalmedium: Ölfarbe auf Leinwand
Entstehungsjahr: 2012
Editionsjahr: Jänner 2013
Auflage: 15 Mappen, + 3 A.P. + 1 Beleg + 1 P.P.
Motivanzahl: 3 Blätter pro Mappe
Blattgröße: 66cm x 60cm
Abbildungsgröße: 63,5cm x 58cm
Technik: Fine Art Print (Pigmentprint 12 Farben)
Medium: William Turner 310gsm von Hahnemühle
Foto: Manfred Thumberger
Kategorie: Portfolio, Faksimile
Lieferumfang: Flügelmappe mit 3 handsignierten Pigmentprints und einem signierten Textblatt
Preis: € 1.250,- (netto)

08-IMG_0727

Ausstellungsansicht: Thomas Reinhold, Leopold Museum Wien, 2015